Neben der Diskussion, welchen Vorteil Online-Communities f?r Medienformate bieten, diskutiert ein Teil der Vortr?ge beim Social Media FORUM den organisatorischen Aspekt, wie man Communities optimal “managet”.
So erl?utert
Prof. Dr. Ralf Schengber in seinem Vortrag, warum “professionelles Community Management f?r die Entwicklung von Communities grundlegend ist” und welche Massnahmen hierunter zu verstehen sind. Bevorteilt sieht er dabei Formate, “die bereits ?ber Fans verf?gen und diese zu Community-Teilnehmern konvertieren k?nnen”. Aber auch k?nstlich initiierten Community will er grunds?tzlich nicht den Erfolg absprechen. Seiner Meinung nach liegt der zentrale Erfolgsfaktor im Fokus auf einen konkreten Nutzen f?r die Mitglieder. Sprich die Community per se ist nicht der Nutzen, sondern das, was in ihr passiert - z.B. die gesch?ftlichen Kontaktm?glichkeiten in XING, die Hilfestellung einer Service-Community etc.
Als operativen Erfolgsfaktor f?r das Community Management definiert er den richtigen Mix aus “Freiheit, Gleichheit und F?hrung” in der Community.
notizblog - Weblog der Social Web WORLD
Notizen zu Web 2.0 in Kommunikation, Marketing und Geschäftsstrategien
Archive for September, 2007...
Community-Konzepte funktionieren nur mit gutem Management
New York Times macht Ernst und wendet sich vom “Paid Content”-Modell ab
Medien-Insider werden es schon
hier und
hier schon vor Wochen gelesen haben, die
FAZ berichtete auch im August bereits dar?ber - nun
ist es offiziell und es “kr?ht” ?ber alle Kan?le (
O’Reilly,
SPON,
Golem): Zum morgigen Tag macht die New York Times im Internet die Tore wieder komplett auf und verabschiedet sich vom “Paid Content” in Form des “TimeSelect”-Service. Als Grund wird die br?ckelnde Informationshoheit im Internet angef?hrt - Online-Medienkonsumenten haben im Internet unz?hlige M?glichkeiten ?ber Google wie auch “Social Media”-Formate an die Information zu gelangen. Im Rahmen des TimesSelect-Service befinden sich auch einige “wertige” Blog-Formate und Kolumnen, die nun “kostenlos” werden.
Stellt sich die Frage - ist das der Anfang vom Ende von bezahlten Inhalten? Diese Frage l?sst sich nur beantworten, wenn man sie differenziert betrachtet.
Ja - es ist das Ende von bezahlten Nachrichteninhalten, weil keine Redaktion einen wirklichen Mehrwert zu der Nachricht bringen kann. Den gr??ten Nutzen erh?lt jene Redaktion, die als erste die Information auf den Markt bringt und von anderen Medien u.a. auch den unz?hligen Blogs referenziert wird. Durch die ?ffnung und die Integration in Social Networks kann die New York Times nicht nur im Bereich der allgemeinen Nachrichteninhalte, sondern auch in der Nische zum Meinungsf?hrer avancieren.
Gleiches gilt f?r Kolumnen und Meinungsinhalten. Auch hier gilt - einen Mehr-Nutzen erh?lt das Unternehmen durch eine m?glichst hohe Referenzierung. Dabei geht es nicht nur um den zugespielten Traffic, sondern auch um die “Credibility” an sich.
In Bezug auf Fachinhalte (was nicht Gegenstand des Informationsangebotes der NYT ist) w?rde ich allerdings behaupten, dass es durchaus sinnvolle “Paid Content”-Modellkonzepte geben kann. Allerdings nicht ?ber die Reglementierung des Zugriffs als vielmehr ?ber “Bepreisung” der unterschiedlichen Informationsaufbereitungen (kostenlos im Web und Downloads mit Charts und sonstige Aufbereitungen kostenpflichtig!).
Wie will die NYT nun aber in Zukunft ihr Geld verdienen? Die Haupts?ule soll das Anzeigengesch?ft ausmachen - nach den Informationen von
SPON war es gerade der Trade-Off zwischen Abo-Gesch?ft und den Opportunit?tskosten des Anzeigengesch?ftes, was zu der Entscheidung gef?hrt hat. Dabei geht es aber wohl weniger um das klassische Werbeschaltungsmodell als vielmehr um die Ans?tze des Behavioral Targeting. So bietet die NYT durch ihr schier immenses Online-Angebot die besten Voraussetzung f?r eine Nutzeranalyse auf Basis von Informationsinteressen.
Mit der Community zum Perpetuum Mobile
Im Interview mit Peter Turi von
Turi2 beschreibt Jochen Wegner, Chefredakteur bei Focus Online, sehr interessant, welchen Vorteil eine Community auch f?r den redaktionellen Prozesse bieten kann. Er bezeichnet es als Perpetuum Mobile - die Redaktion ruft zum Dialog und Feedback zu einer Frage auf, die Leser geben Ihren Input, die Redaktions w?hlt daraus die Themen f?r Print und Online und bietet Online wiederum eine Kommentierm?glichkeit, was das Thema immer weiterentwickelt und entfaltet - und jeweils entlang der Interessen des Lesers.
Das komplette Video findet sich bei
Turi2.de oder Sevenload:
Verzahnung von Nutzer- und Redaktionsinhalten als Aufgabe für Medientechnologien 2.0
Nachfolgend noch ein paar Antworten des Event-Sponsors InterRed, zu deren Sichtweise auf das Thema Web 2.0. Die InterRed GmbH aus Siegen ist Anbieter einer Content-Management-Lösung mit starker Ausrichtung auf Online- und Offline-Publikationsvorgänge in Medienunternehmen. Die Antworten wurden bereitgestellt von Andreas Nentwig, seines Zeichens Sales Manager bei InterRed.
1. Wohin geht die Entwicklung in Redaktionssystemen entlang der Web 2.0 Anwendungen?
Redaktionssysteme werden sich zukünftig noch mehr den typischen Web 2.0 Anwendungen annähern. Hierbei wird es insbesondere auch um die Integration der Abläufe ins CMS gehen. Erst dies ermöglicht es, dass viele Web 2.0 Anwendungen auch durch Redaktionssysteme einfach pflegbar und konfigurierbar sein werden.
2. Wie sieht das idealtypische Redaktionssystem der Zukunft aus?
Durch die schon genannte Integration von Web 2.0 Applikationen wie User Generated Content und User Generated Feedback in das Redaktionssystem werden alle Vorgänge transparenter. Dies öffnet neue Wege der Kommunikation und ermöglicht eine Kostenersparnis bei gleichzeitiger Produktivitätssteigerung.
3. Inwieweit planen Sie Community- bzw. Mitmach-Module in dem InterRed Redaktionssystem aufzunehmen?
Die aktuelle InterRed-Version 9.0 unterstützt schon jetzt derzeitige Web 2.0 Features und bringt umfangreiche Community-Funktionen direkt mit. Zukünftig werden die bereits vorhandenen Unterstützungen für UGC (= User Generated Content), UGF (= User Generated Feedback) und Social Networking noch stärker ausgebaut und mit neuen Funktionen versehen. Bereits jetzt sind die unterschiedlichsten Web 2.0 Portale mit InterRed live und online: Z.B. “download.chip.eu”, “AutoBild.de” und “Jolie.de”.
4. Was sind die Web 2.0 Anwendungen, die die Nutzer am meisten begeistert?
So vielschichtig wie die Nutzerinteressen sind auch die Anwendungsmöglichkeiten von Web 2.0. Deshalb ist die Begeisterung der Nutzer auch eher themenspezifisch (Portal-abhängig) zu sehen. So gab es schon immer das Interesse in Communities oder aber direkt an bestimmten Themen bzw. Nachrichten rege Diskussionen zu führen. Ebenso sind natürlich die hinlänglich bekannten Video- und Musikportale, deren PI’s viele andere Websiten in den Schatten stellen ein Beispiel für die Nutzung der Userinteressen. Bestes Beispiel für erfolgreiches Web 2.0 ist natürlich auch download.chip.eu. Ein Portal, wo Benutzer Downloads einstellen, bewerten, kommentieren und übersetzen können. Die Grundlage bildet auch hier InterRed.
5. Wie beurteilen Sie auf lange Sicht die Entwicklung des Mitmachweb?
Wir sehen im Web 2.0 eine Steigerung der Nutzer- bzw. Leserkompetenzen, welche in naher Zukunft weiter ausgebaut werden dürften. Web 2.0 trägt dem schon immer vorhandenen Interesse am “Mitmachen” Rechnung.
Bisher mehr oder weniger getrennte Abläufe in der Planung, der Erstellung und der Produktion von Web-Inhalten werden in Zukunft noch stärker miteinander verzahnt. Diese Prozesse “handhabbarer” zu gestalten und gleichzeitig daraus entstehende neue Geschäftsfelder zu beachten wird immer stärker auch zur Aufgabe der kommenden technologischen Entwicklungen.
?ber Blogs als Traffic-Generatoren, die Schwierigkeit zum Dialog und dem Wert der Community
Wie bei allen unseren Veranstaltungen haben wir auch beim Social Media FORUM Interviews mit den Referenten rund um deren Vortr?ge durchgef?hrt. Dabei konnten bereits einige interessante Details im Vorfeld zusammengetragen werden:
- J?rg Blumtritt sieht Blogs und Wikis nicht als “Aufmerksamkeits”-Killer f?r die bestehenden Online-Medien - sondern vielmehr als Traffic-Generator. Denn viele der Blog-Inhalte sind Kommentierungen zu Beitr?gen aus Online-Medien, welche zumeist durch die Blogs auch referenziert werden, was zus?tzliche Verlinkungen und damit Traffic bietet. Dies belegt sich auch aus der Nutzungsstudie, die sein Unternehmen erst k?rzlich abgeschlossen hat und deren Ergebnisse er im Rahmen der Veranstaltung vorstellen wird.
- Vor dem Hintergrund der vorzustellenden Medienanalyse res?miert Falk L?ke allerdings, dass viele Medienunternehmen dem Internet bis vor kurzem noch mit “Desinteresse” und “Ignoranz” begegnet sind. So wird er in seinem Vortrag zeigen, dass die Mehrzahl der Verlage die M?glichkeiten des Internets aussch?pfen. Statt auf hochwertige Inhalte und der partizipativen Einbindung der Leser setzt man vielerorts auf “Copy&Paste”.
- Gr?nde f?r die z?gerliche Umorientierung wurden ja bereits beim Social Breakfast am 31.08. in Hamburg diskutiert. Ein dabei angesprochener Aspekt war, die Schwierigkeit die Redaktion zu einem Dialog zu bewegen - was wohl auch die gr??te Herausforderung in dem Projekt “Debatte.Welt-Online.de” von Peter Schink darstellte. Als weiteren wichtigen Punkt f?hrt Peter Schink die Nutzergewinnung f?r das Projekt an - denn f?r ihn lagen die Nutzerpotential f?r das Projekt vielmehr in neuen Nutzern - wobei alte Nutzer nat?rlich nicht “vergrault” werden sollten.
Das f?hrt zum Diskussionspunkt, zu welchem Zweck Community-Strategien nutzenstiftend sind. Wenn der aktive Community-Teilnehmer nicht in den klassischen Mediennutzern zu finden ist, dann ist die Community-Strategie auch kein Leser-Bindungsinstrument!
Die technologische Integration der Web 2.0 Services als gro?e Herausforderung
Als Vorbereitung zum Social Media FORUM haben wir mit den Referenten und Sponsoren ein paar schriftliche Interviews durchgef?hrt. Den Auftakt macht dabei Siegfried Kunz, Gesch?ftsf?hrer der TOMORROW FOCUS Technologies GmbH. Als interner Agentur- und Technologie-Dienstleister des BURDA-Konzern ist die TFT an der Umsetzung verschiedener Web 2.0-Projekte im Konzern beteiligt und hat somit einige Einblicke in das Mediengesch?ft und den Ver?nderungen im Hinblick auf das Web 2.0.
1. Hr Kunz, inwieweit merken Sie einen Wandel der Projektanforderungen von Verlagen in Richtung Web 2.0?
Als einer der ?ltesten Content Management Anbieter in Deutschland haben wir uns seit unseren Anf?ngen auf die Umsetzung von Webseiten f?r Verlagskunden spezialisiert. FOCUS Online, welches im Jahr 1998 seinen Launch vollzog, ist hier unser bestes Beispiel. Die jetzige gro?e Nachfrage und der Run auf das Web 2.0 ?berraschen uns deshalb nicht. Ob Bilder- Video- oder User-Communities, User Generated Content, vor allem in Kombination mit redaktionellem Content, Kommentarm?glichkeiten oder interaktive spielerische Applikationen mit echtem Mehrwert f?r den Leser sind Anforderungen, die Kunden heute an Webseiten stellen. Dabei haben sich zwei Trends durchgesetzt. Print wird entweder durch Online multimedial erweitert, oder Online wird als eigenst?ndiges Produkt positioniert. Hinsichtlich der Projektanforderungen merken wir, dass Kunden gerne auf den Zug - Was macht der Wettbewerb? - aufspringen, und dabei h?ufig die eigene Positionierung und die eigenen Anspr?che nicht im Auge behalten. Sondern einfach mitmachen m?chten, um den vermeintlichen Trend nicht zu verpassen. Aus diesem Grund ist die Beratung hinsichtlich Web 2.0 in Verlagen heute noch wichtiger geworden. Ebenso die h?here Flexibilit?t von Seiten des Dienstleisters und im Gegenzug schnellere Entwicklungsprozesse bei der Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.
2. F?hrt die Einbindung von 2.0 Technologien in den Verlagen zu einer neuen bunten Systemlandschaft?
Die Gefahr besteht. Vor allem wenn man bedenkt, dass immer wieder neue Web 2.0 Applikationen nachger?stet werden. Die meisten Content Management Systeme sind jedoch nicht darauf ausgelegt verschiedene Systemlandschaften auf einer Plattform zu b?ndeln. Deshalb muss man zwangsl?ufig zusehen, alles so flexibel zu programmieren, dass eine Schnittstellenproblematik entf?llt. Kunden m?chten sich heute nicht mehr nur noch an einen Hersteller binden. Sch?n w?re es also, offene Systemlandschaften zu haben. Stichwort Open Source. Nur bis es soweit ist, dass wirklich alle Komponenten zusammen passen und problemlos auf einer Plattform laufen, wird vermutlich noch etwas Zeit in Land vergehen. Nicht komplett integrierte Systemlandschaften sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu umgehen. Standards wie XML, oder OpenID machen die Integration aber schon heute wesentlich einfacher.
3. Beim Einsatz von Community Software empfehlen Sie make or buy?
Buy and Make. Im Chat und Foren-Umfeld macht es nicht unbedingt Sinn, eine eigene Software zu entwickeln, da hervorragende Open Source Produkte auf dem Markt verf?gbar sind. Bei klassischen Web 2.0 Funktionen, wie z.B. Kommentaren ist es von Vorteil eine Eigenentwicklung in das CMS zu integrieren, und der Redaktion so zu erm?glichen UGC (User Generated Content) Beitr?ge zu verwalten. Aber auch die gekaufte Variante muss an das jeweilige System angepasst werden. Ohne den Faktor “Make” wird “Buy” deshalb nicht auskommen.
4. Was sind die technologisch anspruchsvollsten Anforderungen, die Ihnen in 2.0 Projekten heute begegnen?
Die technische Herausforderung ist die Verbindung der Web 2.0 Komponenten untereinander zu einem integrierten System. So sind zum Beispiel die “localized services” (vgl. “Planetfit” bei http://www.fitforfun.de), die UGC mit externen Applikationen (z.B. Google Maps) verbinden technologisch sehr anspruchsvoll.
5. Was sind die Web 2.0 Anwendungen, die die Nutzer am meisten begeistert?
Wie der Name schon verr?t, alles was in Richtung User Generated Content geht! Interaktivit?t und Communities begeistern die Leser. Mitmachapplikationen wie Quizzes, Kommentarfunktionen oder Bilder- oder Musikplattformen. Zudem alles, was interaktiv oder multimedial auf dem Bildschirm l?uft. Wichtig ist, dass der Mehrwert f?r den Leser und die Abgrenzung zum Printobjekt (nicht als Konkurrenz, sondern als Erg?nzung) gegeben sind.
6. Wie beurteilen Sie auf lange Sicht die Entwicklung des Mitmachweb?
Unserer Meinung nach wird das Mitmachweb auch in Zukunft eine gro?e Rolle spielen. Wichtig ist, dass es einfach sein wird “mitzumachen”, ohne H?rden, wie beispielsweise Registrierungen oder Bezahlmodelle. Gut funktionieren z.B. Features, die man nebenbei erledigen kann, wie z.B. eigene Kommentare ohne Registrierung zu ver?ffentlichen. Das Mitmachen f?rdert den Austausch zwischen Redaktion und Leserschaft. Inhalte und Kommentare werden ehrlicher und schneller. Vorausgesetzt die Barrieren zum Mitmachen bleiben klein, werden auf lange Sicht Webseiten zu pers?nlichen Informationsseiten. Das sch?nste Beispiel ist schon heute die personalisierte Nachrichtenseite “Mein FOCUS”.
Regularien behindern den kommunikativen Umbruch im Finanzsektor
Unter diesem Titel k?nnte man die heutige Diskussion zum
Corporate Blogging im Finanzdienstleistungsbereich zusammenfassen. Referiert hat heute Frank Hamm - seines Zeichens Mitarbeiter in der Unternehmenskommunikation der Aareal Bank, privater Blogger unter
INJELEA.de und Blogger im
ECM-WORLD NotizBlog.
Frank Hamm brachte es gleich zu Beginn seines Impulsvortrages auf den Punkt: Corprate Blogging im Finanzbereich heisst Nicht-Bloggen. Zwar zeigen verschiedene Studien, dass Bloggen f?r Unternehmen ein zunehmend akzeptiertes Kommunikationsmittel sei, aber die Finanzbranche bloggt nach seinen Erkenntnissen nicht. Ausnahmen bilden hierbei nur einzelne Unternehmen - wie z.B. die EuroHypo, die auf dem Portal
“PerfectCity.net” ein Community-basiertes Themenblog rund um die ideale Stadtentwicklung betreibt (Hintergrund: Die EuroHypo ist im Bereich der Immobilienrefinanzierung t?tig), die
Bank f?r Sozialwirtschaft mit ihrem
Fundraising-Weblog (was aber IMHO mehr ein Aggregator f?r Event-Ank?ndigungen ist!) oder
W?stenrot.at, was als einziges Beispiel entsprechend jugendlich, authentisch und eben “bloggish” daherkommt. Weitere Blogs aus der Finanzbranche beschr?nken sich auf private Initiativen, die v.a. aus dem internationalen Bereich stammen.
Als Thesen f?r das Nicht-Bloggen definierte Frank Hamm folgende drei Punkte:
- Banken waren zulange in ihrem Wettbewerbsumfeld abgeschottet und mussten nicht wirklich kommunizieren, um sich im Wettbewerb zu behaupten.
- Regularien wie Basel 2 schr?nken die Spielwiese ein, auf der man sich kommunikativ bewegen kann.
- Die aus diesen beiden Punkten resultierende Innenwahrnehmung ist eine restriktive Haltung zur Kommunikation - mit der Begr?ndung, dass man doch “seri?s” sein muss.
Die anschliessende Diskussion drehte sich dann allerdings mehr um die konkrete Vorgehensweise f?r ein erfolgreiches Blog-Projekt - als dass die aufgestellten Thesen abschliessend diskutiert und mit weiteren Erfahrungen untermauert wurden. Von daher m?chte ich an dieser Stelle noch einmal die Diskussion der gr??ten Hemmnisse bei der Konzeption und Umsetzung von Corporate Blogging-KOnzepten anstossen.
Sind es wirklich die Rahmenbedingungen ihrer Branche - wie laut Frank Hamm in der Finanzbranche -, die eine offene, dialogorientierte Kommunikation nicht erlauben? Oder sitzt das Problem bereits tiefer - sprich in der generellen Kommunikationseinstellung Ihres Unternehmens bzw. der Mitarbeiter? Wie man am Beispiel vom Blog bei W?stenrot.at eigentlich ganz gut erkennen kann, geht es doch. Aber hier steht wohl auch die IT und damit den neuen Technologien- und Kommunikationskonzepten affine Personen dahinter (siehe
Das sind wir).
Nutzen Sie doch einfach die Kommentarm?glichkeit, um Ihre Meinung zu ?ussern.
Consumer Generated Advertising: Doch nichts Neues?
Am letzten Mittwoch fand im Artist Riverside Hotel in Berlin das Social Web Breakfast mit Dieter Rappold von Knallgrau New Media Solutions aus Wien statt. Das Thema des Termins war “Consumer Generated Advertising”. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wozu Werbung, wenn wir die Wahrheit kennen?
Dabei sprach Dieter Rappold ?ber die ver?nderte Medien- und Werbelandschaft, die sich mit den neuen Web 2.0-Plattformen ergeben hat. Youtube, MySpace und Mitmach-Dienste bieten dem Endkonsumenten nun endlich die M?glichkeit, sich selbst darzustellen oder - wie b?se Zungen auch im Falle von Diensten wie Twitter u.?. behaupten - sich zu “inszenieren”. Der Erfolg dieser Dienste unterstreicht die Motivation des Konsumenten zur “Selbstverwirklichung” (im Sinne der Maslow’schen Bed?rfnispyramide). Vor dem Hintergrund dieses “Selbstverwirklichungs”-Motives lassen sich gem?? Maslow die Konsumenten auch nicht mehr “etwas vorgaukeln” - sprich klassische “Werbeberieselung” verfehlt bei dieser Konsumentengruppe ihre Wirkung, was auch die immer schlechter werdenden Werbewirkungsergebnisse klassischer Werbung erkl?rt. Die Mehrzahl der Konsumenten kennt die Wahrheit schon - so Dieter Rappold -, “denen l?sst sich nichts mehr erz?hlen”.
Als Zusammenfassung ist hierbei auch gut auf den Artikel von Bertram Gugel zu verweisen, der mit seinen Thesen zum gleichen Fazit wie Dieter Rappold in seinem Impulsvortrag kommt:
Die klassischen Medien leiden zunehmend unter dem Problem der Aufmerksamkeit.
Vielmehr bedarf es also einer Ber?cksichtigung und Einbindung dieser Konsumenten und ihrer Motive sowie der damit verbundenen Involvementpotentiale in den werblichen Kommunikationsprozess, was nach Ansicht von Dieter Rappold Gegenstand von “Consumer Generated Advertising” ist. Dabei l?sst sich vor allem die neue Spielwiese der Web 2.0 Dienste nutzen, wo Konsumenten sowieso bereits miteinander kommunizieren. Hier bietet sich nun den Unternehmen die Chance, eine wahre interaktive und dialogorientierte Kommunikation mit ihren Zielgruppen zu f?hren. Dabei muss aber das Unternehmen auch “loslassen” k?nnen - denn so Dieter Rappold: Kontrolle ?ber die Marke ist eine Illusion, die sich nur mit dem gr??tm?glichen Verdr?ngungsmechanismus aufrecht erhalten l?sst. Treffender h?tte man den Brennpunkt der Diskussion zwischen klassischer und digitaler Werbung wohl nicht auf Punkt bringen k?nnen.
Als Beispiel f?r erfolgreiches “Consumer Generated Advertising” erz?hlte er dann noch von dem Projekt
“WeAllLoveFootball”, welches sein Unternehmen Knallgrau f?r Coca-Cola w?hrend der WM 2006 durchgef?hrt hatte. Gegenstand des Projektes war die Organisation einer Wohngemeinschaft, wohin man “Blogger” als Kommunikatoren “eingeladen” hatte. Das Projekt, das Einladungsprozedere wie auch die “Blogger” als Glaubw?rdigkeitstransporteure f?r eine gro?e Marke stand schon vor wie auch w?hrend der Zeit in der deutschen Blogosphere zur Kritik. Dennoch l?sst sich das Projekt im Ergebnis als Erfolg bewerten, weil es die Marke in ein “lebendiges” und “authentisches” Umfeld gebracht hat. So schafften es dann sogar produzierte Inhalte (ein Podcast oder so) der WG-Teilnehmer in klassische Medien. Das Fazit von Dieter Rappold lautet diesbez?glich: “Um erfolgreich zu sein, muss man neue Wege gehen - hierbei geht es vor allem darum einen partizipativen Prozess zu starten!”
In der anschlie?enden Diskussion ging es vor allem um die Herausforderungen der Initiierung des “partizipativen Prozesses”. Dieter Rappold stellte noch einmal heraus, dass “Consumer Generated Advertising” zun?chst einmal einem viralen Verbreitungsprozess unterliegt - und dieser muss gut vorbereitet bzw. angestossen werden. Hier spricht man auch von “viralem Seeding” - ein interessantes Video hierzu ist bei
Bj?rn Ognibeni zu anzuschauen. Als weiterer kritischer Punkt wurde die Partizipationsquote diskutiert - hier gibt es ja immer wieder f?r Blogs und Foren folgende Aussagen: 90% sind stille Leser, 9% sind kommentierende Leser und 1% sind aktive Teilnehmer. Dies gilt auch f?r “Consumer Generated Advertising”, weshalb auch die eher niedrigen Formen dieses Ansatzes, wo es weniger um das aktiver “Machen” als vielmehr um das aktive “Verbreiten” von interessanten Inhalten (wie z.B. witzigen Video-Clips etc) - wird auch als “Viral Advertising” bezeichnet -, h?ufiger angewandt (weil es eines nicht so hohen Partizipationsgrades bedarf) als Aktionen, wo Teilnehmer Inhalte selbst erzeugen wie z.B. bei dem WM-WG-Projekt oder anderen Projekten z.B. solchen der Firma
trnd.
Als letzte Aspekt in der Diskussionsrunde wurde noch die Frage er?rtert, ob denn “Consumer Generated Advertising” nun etwas Neues sei. Und da war sich dann die Runde einig - Nein! Denn Produkt- und Markenfans gab es schon immer und Aktionen, in denen solche Personen eingebunden wurden, gab es auch schon fr?her. Was allesdings neu ist, ist der Umstand, dass das Feedback dieser eingebundenen Kommunikatoren nun eine gr??ere Reichweite erh?lt, weil man sich neuen Plattformen und Services des Web 2.0 bedient. Und dies bringt ein ganz neues Momentum in die Kommunikation.
Dem entgegen steht aber auch das Problem der zunehmen “aufgeteilten Aufmerksamkeit”, die mit dem rasanten Wachstum des Informations- und Serviceangebot des Web 2.0 voranschreitet. Einen interessanten Beitrag hat hierzu Enrique Dans auf Libertad Digital unter dem Titel
Demasiado que ver y muy poco tiempo bzw. ?bersetzt von Markus Trapp im TextUndBlog als
“Zu viel anzuschauen in zu wenig Zeit” gebracht, ?ber den wir sicherlich auch bei
Pre-Conference-Workshop “User Generated Something” am 19.09. in Hamburg - ebenfalls mit Dieter Rappold - weiter diskutieren werden.
Verschlafen die Verlagsh?user den neuen Web-Wandel?
Am Freitag fand das erste
Social Web Breakfast nach der Sommerpause in Hamburg statt. Zu Gast war
Alexander Svensson, der ?ber die
kollaborative Studie “Features von Zeitungs-Websites” berichtete, die er im vergangenen Sommer in Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten (u.a.
Falk L?ke,
Steffen B?ffel und
Thomas Gigold) auf seinem Wortfeld-WIKI durchgef?hrt hat. In seinem Impulsvortrag stellte Alexander Svensson kurz die wichtigsten Erkenntnisse heraus: Verlage setzen auf Foren, RSS-Feeds und Einbindung von Online-Videos. Dabei stellen sich die Foren oftmals als Projekt-Leichen dar, die RSS-Feeds sind vielfach sehr undifferenzierte Nachrichten-Feeds und die Videos kommen zu oft aus “eingekauften” Konserven. Die M?glichkeit ?ber Redaktions-Blogs in den direkten Dialog mit den Lesern zu treten wird relativ selten genutzt. Verschiedentlich scheinen die Foren der Versuch zu sein, eine Feedback-Schleife zur Redaktion aufzusetzen - aber aufgrund der fehlenden Akzeptanz bleibt es nur ein Versuch.
In der Diskussion wurde dann ?ber die m?glichen Gr?nden gesprochen: anwesende Vertreter aus Medienunternehmen stellten auf Seiten des Journalisten das umbrechende Selbstverst?ndnis als wichtigen Hinderungsgrund f?r Ver?nderungen heraus - der Journalist muss sich derzeit im neuen Marktumfeld mit Bloggern und Leser-Reportern erst neu finden und definieren, bevor er innovative Aktionen und Ideen in seinem Redaktionsteam unterst?tzt. Als gro?es “Gap” zwischen Management und Basis m?ssen dabei die Investitionen in gro?en Medien-Holdings wie z.B. Holtzbrinck und Burda angesehen werden, bei denen ganze Online-Communities f?r irrwitzige Summe aufgekauft werden, w?hrend an der Basis das Redaktionsteam noch lange nicht dem Gedankengut von
“Conversational Media” folgen kann. Vielmehr schienen sich die Teilnehmer der Diskussion einig, dass der “Web 2.0″-Hype bei den etablierten Medien derzeit statt zu einem Umbruch zu einer weiteren
“Boulevardisierung” f?hre - denn die Refinanzierung der Medien liegt auch im Web 2.0 weiter in den Werbeeinnahmen und die brauchen Traffic. Interessant ist in diesem Zusammenhang die
Meldung von Google, dass man nun die News der Nachrichtenagenturen AP, AFP, CP und PA lizensiert habe, diese direkt in Google News “einf?ttere” und damit nun erkenne k?nnte, wenn Redaktionen News unbearbeitet ?bernommen und verbreiten w?rden - was dann von Google als Doublette gewertet wird.
Insgesamt stellte sich das Social Web Breakfast mal wieder als eine angeregte Fachdiskussion dar, die viel zu schnell zu Ende war - nachzulesen auch im Twitter-Feed: http://twitter.com/SocialBreakfast. Die Diskussion best?tigte den bestehenden Diskussionsbedarf zum Thema Medien 2.0 und aus meiner Sicht auch den M?glichkeiten, mit “Web 2.0″-Ideen basierend auf einem aktiven Leser-Community-Modell einen neuen Weg zu gehen. Dies ist ja das Thema beim
Social Media FORUM, wo anhand verschiedener Erfahrungsberichte von Welt, Stern, Chip Xonio, MyHeimat.de u.a. ein solcher Ansatz diskutiert werden soll.
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