Das letzte Social Media FORUM ist noch keine Woche her (siehe Twitter-Dokumentation) und schon stehen wir in der Vorbereitung der nächsten Veranstaltung, die für den 15. September in Hamburg geplant ist. Hierzu suchen wir wieder aktuelle Fallstudien und Beiträge. Bereits zugesagt haben Bertrand Gié vom Le Figaro und Beate Muschler vom GU Verlag mit dem Projekt “Küchengötter”. Über weitere Vorschläge freuen wir uns sehr.
notizblog - Weblog der Social Web WORLD
Notizen zu Web 2.0 in Kommunikation, Marketing und Geschäftsstrategien
Archive for February, 2009...
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Social Media FORUM 005
Digital Storytelling und der Hip Hop von 1985
Es hat erst die CeBIT Webciety und das Wein 2.0 Panel gebraucht, dass ich mich mit Gary Vaynerchuk beschäftigte - und ich bedauere, dass ich es nicht schon früher gemacht habe. Aber GaryVee ist einfach Klasse! Er macht das, wovon wir hier alle noch reden: Digital Storytelling par excellence!
Rund um seinen elektronischen Weinvertrieb hat er einen Video-Blog aufgebaut, in dem er Weine verkostet und bewertet sowie Nebensächliches zur Hauptsache macht. Dabei spielt oder lebt er (keine Ahnung was von beidem, da ich ihn nicht persönlich kenne!) eine Rolle, die in zweierlei Hinsicht fesselt: 1) durch die Inhalte rund um die Weine, die Verkostungen und das digitale Leben sowie 2) durch die Art und Weise, wie er die Inhalte rüberbringt. Ich habe mir ja schon einige Video-Caster angeschaut und mich bei der Mehrzahl der Angebote (und hier beziehe ich mich auf die reinen Video-Blogformate - also keine Magazin-Formate oder ähnliches) auch schnell wieder abgewendet, denn sie boten i.d.R. wenig Faszinierendes. Auf jeden Fall nicht soviel, dass ich mir das Format regelmäßig anschauen konnte. Nun einen Zugang zu den Inhalten habe ich bei Gary Vaynerchuk auch nicht wirklich (was sich vielleicht nach dem Live Twitter Wine Taste @ CeBIT ändern wird), aber die Form des kurzen und prägnanten Dialoges, die er mit dem Zuschauer führt, ist das, was mich hierbei fasziniert. Und auch die Aussagen, die er abseits der Wein-Bewertungen über die Situation im Web 2.0 wie z.B. in seinem Beitrag “The Tech World 2008 = the Hip Hop World 1985″ trifft, unterstützen meinen Eindruck.
So spricht er davon, dass auch wenn wir heute die Web 2.0 Aktivitäten noch nicht 1:1 monetarisieren können, bauen Unternehmen, die diese Klaviatur spielen, damit Markenwerte auf, die sie in Zukunft abschöpfen können - und vergleicht dabei die Tech-Brands von 2008 mit den Hiphop-Stars von 1985.
Die bemerkenswertesten Sätze aus diesem Beitrag sind die auch von anderen als Kommentar vermerkten Aussagen:
- Legacy is greater than currency.
- “We are at the National Anthem of a 18 inning baseball game” - sprich wir sind erst am Anfang des Web 2.0 Geschehens
Auch interessant: das Video-Interview von einem anderen “Überdrehten”: 1938media’s Loren Feldman im Gespräch mit Gary Vaynerchuk
AG.Social Media diskutiert Messgrößen für Social Media
Parallel zur Pre-Konferenz fand heute im Hotel east auch der Social Media Measurement Summit der Arbeitsgemeinschaft Social Media statt. Ich habe Jörg Blumtritt, Vorsitzender der AG.SM, vor und nach dem Summit interviewt:
Beschlossen wurden zwei konzeptionelle Grössen - zum einen die Conversational Reach und zum anderen die inhaltliche Relevanz:
Es wird spannend bleiben, was die AG.SM konkret am Markt durchsetzen kann.
Kommentar zum Sonntag: Journalismus 2.0
In der Vorbereitung für das Social Media FORUM am kommenden Mittwoch bin ich heute abend über einen Artikel von Jakob Augstein auf “Der Freitrag” gestossen, in dem er die Begrifflichkeit des “Journalismus 2.0″ diskutiert. Er bleibt dabei aber bei der mir allzu kurz gedachten Frage stehen, ob Journalismus 2.0 bereits die Verquickung von eigenen und fremden Journalisten mit denen von Bloggern sei.
Aber was geschieht, wenn man da die Grenzen verwischt? Wenn wir hier bei uns journalistische Texte aus der Redaktion, von unseren Autoren, vom Guardian bunt mischen mit Texten aus der Bloggosphäre? Ist das dann Journalismus 2.0?
Zu kurz gedacht ist n.m.M. diese Frage dahingehend, als dass sie nur auf die Personen und deren textuellen Output abstellt. Nein, das Web 2.0 und damit der Journalismus 2.0 beschränkt sich n.m.M. nicht auf die Zusammenführung von persönlichen Meinungsbeiträgen (was für mich vor allem Gegenstand von Weblog-Beiträgen darstellt) und mehr oder minder recherchierten Tatsachenberichten (was für mich die idealistische Aufgabe des Journalisten darstellt).
Nein - ich denke, es geht beim Journalismus 2.0 um mehr als das. Im Kern steht da für mich die Vernetzung von Informationen. Denn die Rück-, Quer- und Kreuzverweise im Text wie auch durch die Kommentare stellen das Besondere von Weblogs dar, die den “Text” halt nicht nur eine inhaltliche Aussage tragende Aneinanderreihung von Worten ist, sondern ein Teil eines über das Netz verteilten Gespräches werden lässt. Darin das Web 2.0 llige der journalistische Tätigkeit besteht darin, dass Informationen über Tatsachen aktiv in einen relevanten Kontext eingebunden werden. Ein journalisticher Text, der noch so schön, schlüssig und stringent formuliert ist, bleibt für mich ein journalistischer Text 1.0 - egal von wem er geschrieben ist - sei es von einem inländischen oder ausländischen ausgebildeten Journalisten oder von einem Blogger.
Wer Best-Practice-Konzepte zu Journalismus 2.0 kennenlernen möchte, dem sei geraten am kommenden Dienstag und Mittwoch nach Hamburg zu kommen oder wenigstens dem Twitter-Account @socmediaforum zu folgen.
Jeff Jarvis: Verlage müssen die dezentrale Medienlandschaft verstehen
Ich habe gerade ein nettes Video-Interview mit Jeff Jarvis bei turi2 gefunden, was im Kern das bespricht, womit sich das Social Media FORUM wiederholt beschäftigt - mit der dezentralen Medienlandschaft und seinen Mechanismen oder in Jarvis’ Worten der “Link Economy”
Erlöskonzepte auf Basis von Twitter
Muss ich Twitter hier noch erklären? Ich denke nicht, wer den Dienst oder andere Micro-Blogging-Ableger nicht kennt, sollte keine Zeit verlieren, diese auszuprobieren. Das ist Zeitverschwendung? Ich habe hier ja schon einmal über den Wert dieses Hintergrund-Rauschens geschrieben - wer es aber konkrete Erfolgszahlen hören will, sollte die Beiträge von Erica OGrady (@ericaogrady) im Blog von Mr.Tweet lesen:
- Twitter To Go: How one local coffee shop used Twitter to double their clientele. What’s YOUR story?
- How Freshbooks Built an Army of Passionate Evangelists on Twitter. How are YOU doing so?
Da kommen bestimmt noch mehr hinzu. Nun meine Frage, wer kennt erlös-erzeugende Service-Konzepte aus Europa bzw. Deutschland / Österreich / Schweiz?
Micro Payment - Soll das die Rettung sein?
Das “Time Magazin” erscheint morgen mit dem spektakulären Titelgeschichte “How to save your newspaper“. Autor Walter Isaacson legt seine Hoffnung für den US-Zeitschriftenmarkt auf “Micro Payment”. Zurück zum Anfang und wieder brav für jeden Artikel zahlen, den man online lesen will oder muss.
Auf Meedia.de spricht Herausgeber Dirk Manthey von dem “neuen Zauberwort der US-Pressebranche” und benennt rasch die vielen Nachteile.
Es ist wirklich mit Recht zu behaupten, dass dort “jemand aus Angst vor dem Tod, Selbstmord begeht”.
Reichweite schafft “Micro Payment” sicher nicht. Wirklich rentabel erscheint mir dieses Hoffnungs-Prinzip auch nicht.
Das erinnert mich immer wieder an meine Studentenzeiten, als man unbedingt für eine Seminararbeit einen Artikel brauchte und sich trotzdem bis zum bitteren Ende geweigert hat unverschämte 1,80 Euro den gierigen Zeitschriften in den Hals zu werfen. Ach,…
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