notizblog - Weblog der Social Web WORLD

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Trends im E-Commerce - von Matthias Schrader erklärt!

Am vergangenen Mittwoch haben wir unser Social Commerce FORUM 2009 zum Thema “Fashion & Lifestyle” in Bad Homburg abgehalten und dabei in verschiedenen Vorträgen und Diskussionen den aktuellen Status-Quo und die Entwicklungen zum “Fashion Commerce” diskutiert. In den nächsten Beiträgen möchte ich an dieser Stelle einige interessante Aspekte der Veranstaltung hier noch einmal zusammentragen und diskutieren.

Den Start machte Matthias Schrader (@mattesmattes) mit einer spannenden Einführung in das Thema - er zeigte insbesondere drei Trends auf, die den E-Commerce im Allgemeinen und den E-Commerce im Bereich Fashion & Lifestyle im Speziellen auszeichnen:

Trend 1: Rennaissance im E-Commerce - den Flopp der ersten Konzepte (aufgrund fehlender Masse bei den Kunden im Netz) zu Zeiten der New Economy musste das Management in vielen Unternehmen erstmal in einer Zwischen-Eiszeit bis 2006 verkraften - nun wird wieder investiert. Bestehende Anbieter “renovieren” und “experimentieren” wieder - und setzen dabei auf intensive Produktinszenierungen und neue Innovationen (bspw. Esprit)-, “verschwundene” Anbieter (wie C&A) kommen wieder, Marken wie Ecco treten direkt in den E-Commerce ein. Die Herausforderungen dieser Player liegt dabei vor allem darin, wie sie eine kritische Masse in den kommenden drei Jahren aufbauen, um exzellenten E-Commerce (mit funktionierenden Prozessen und guter Produktinszenierung) von Google bis zur Haustür profitabel umsetzen zu können.

Trend 2: Get Realtime - neben der klass. Bedarfsbeschaffung gibt es im heutigen E-Commerce auch den Trend zu Online-Verkaufsinszenierungen, die von den Elementen der Verknappung und der Verkaufsaktion leben. Hierzu zählen die Shopping-Clubs und Woot!-Konzepte. Treibendes Element dieses Trends ist die Tendenz der User, das Web als Echtzeit-Medium zur Interaktion mit anderen Nutzern zu verstehen. Die Kaufaktion wird dabei stark durch eine Erlebnisfunktion getriggert und geleitet. Die Herausforderung der Angebote in diesem Bereich liegt nach Matthias’ Ansicht in der “Lösung des Beschaffungsproblem bei gleichzeitiger Vermeidung des Newsletter-Burnouts” - damit meint er, dass die Shopping-Clubs zumeist nur B- & C-Marken anbieten können und ihre Nutzer über Direktmails immer wieder zur Teilnahme auffordern müssen. Mögliche Konkurrenz für diese Konzepte könnte durch die E-Commerce-Bestrebungen der Outlet-Villages entstehen.

Trend 3: Share Economy - Teilen als Grundprinzip des Internets und der darauf basierenden Geschäftsmodelle - dies war das Motto der diesjährigen next09, der Internet-Konferenz von SinnerSchrader. Im E-Commerce sieht Matthias vor allem Inhalte und User-Netzwerke, die geteilt werden können und mit denen eine Wertschöpfung geschaffen werden kann. Bei den Inhalten in Form von Bewertungen, Empfehlungen oder Sortimentsgestaltungen zieht er allerdings ein “gespaltenes Fazit”. Am Beispiel von smatch zeigte er auf, dass diese neuen Plattformen immens inspirierend im Hinblick auf den Produktzugang und die Produktauswahl sein können - allerdings dann oftmals vergessen, dass Mode mehr ist als “Form, Farbe und Preis”. Für die Produktinszenierung fehlen oftmals ausreichende Produktdaten und Bilder, die Verfügbarkeit der Produkte ist ungenau und der soziale Kontext ist auch vielfach unzureichend. Denn insbesondere für den schnelllebigen Modemarkt sind Produkte oftmals schon “out of date” bevor sie ausreichend “rezensiert” und bewertet sind. Es fehlt immer wieder an der kritischen Masse. Potentiale sieht er vielmehr auf der Community-Seite - allerdings weniger beim Aufbau eigener Community-Portale für Retailer als vielmehr in der Integration des “Social Graph” in die E-Commerce-Anwendung. Er empfiehlt, dass Unternehmen im E-Commerce eher auf externe, portable Netzwerke setzen sollten als eigene aufzubauen - denn Communitys entstehen um starke Marken und spitze Themen, aber die Nutzer suchen ihren Weg selbst dorthin und das in der Regel nicht auf E-Commerce-Sites. Als Potentiale sieht er hier die Möglichkeit, über die Identifikation und Incentivierung von Multiplikatoren schnell große Massen zu erreichen, Mehrwerte über die Priorisierung von Marken aufgrund von Profilinformationen zu generieren und auf den “Social Graph” im Rahmen der Kaufberatung zurückzugreifen.

Hier mal das komplette Video zum Vortrag von Matthias sowie zur anschliessenden Diskussion mit Hagen Fisbeck (@hagen) und Jochen Krisch (@jkrisch):


Sevenload Direkt

Als mein Fazit aus diesem interessanten Vortrag und der Diskussion mag ich folgende Punkte zusammenfassen:

  • E-Commerce ist nicht in der Krise - schon gar nicht im Mode-Bereich
  • Excellentes E-Commerce im Modebereich bedeutet zunächst einmal eine saubere Prozessabbildung (”von Google bis zur Haustür” / Matthias Schrader) plus eine fesselnde Produktinszenierung.
  • Wenn man Social Commerce auf Bewertungen reduziert, dann ist das zu kurz gegriffen. (Jochen Krisch)
  • Potentiale von Social Commerce im Modebereich bieten Echtzeit-Verkaufsinszenierungen und die Integration von portablen Netzwerken

Die Diskussion werden wir sicherlich beim Fashion Commerce FORUM in Teilen fortsetzen.

Comments (3) Posted by bn on Thursday, June 25th, 2009

Community Manager - Der Imker im Unternehmen

Filed under Community SUMMIT

Am 16. Juni fand in der Deutschen Nationalbibliothek der 13. Zukunftskongress des Zukunftsinstituts statt. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto -Märkte des Umbruchs. 270 Zukunftsinteressierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung nahmen teil.

Andreas Haderlein (Leiter der Zukunftsakademie) forderte in seinem Vortrag die Einführung eines neuen Berufsstandes, den -Community Manager-. Unternehmen stellen fest, dass nun eine größere Nähe zum Verbraucher hergestellt ist. Diese Nähe muss allerdings auch ausgehalten werden. Im Idealfall wird sie gewinnbringend in Geschäftsprozesse integriert. Ähnlich wie einem Imker sei es für diesen notwendig, die Gemeinschaft zusammenzuhalten, sich regelmäßig und gründlich um die Mitglieder zu kümmern und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu profitieren. Der Community Manager wird deshalb in Unternehmen künftig eine Schlüsselrolle einnehmen.

Comments (0) Posted by sk on Friday, June 19th, 2009

Mehrwerte sind erfolgreicher als massiver Werbedruck - Interview mit Daniel Haida, toonity.com (STABILO)

Am 16. September freuen wir uns Daniel Haida am Community und Marketing 2.0 SUMMIT begrüßen zu dürfen. Im Panel “Peer-2-Peer-Communications” wird der CRM Executive von der STABILO International GmbH die Community toonity.com vorstellen. Vorab beantwortet er für uns im Kurzinterview, warum toonity.com überhaupt ins Leben gerufen wurde, was der Nutzen für die Marke STABILO wirklich ist und wie man sich in die Kommunikation mit dem Kunden eigentlich einbringen kann.

1. Guten Tag Herr Haida. Sie werden auf dem Community und Marketing 2.0 FORUM die erste internationale Comic Community toonity.com powered by STABILO vorstellen. Können Sie uns Ihren Vortrag mit drei kurzen Stichpunkten beschreiben?
Zuerst möchte ich mich ganz herzlich für die Einladung zu diesem Forum bedanken und freue mich, dass Sie Interesse an unserer Comic Community toonity.com haben. Das zeigt uns, dass toonity.com in Community-Kreisen bereits zu einem interessanten Beispiel geworden ist und bestätigt uns in unserer Arbeit!

Ich werde in meinem Vortrag darauf eingehen,

  1. warum wir uns aus CRM Aspekten für das Angebot der Community toonity.com entschieden haben,
  2. welche wichtigen Features die Community umfasst, mit welchen Maßnahmen wir bisher Mitglieder generiert haben und welche Ergebnisse wir bisher erzielt haben,
  3. wie die Zukunftsplanung für die Community aussieht.

2. Was waren die Gründe für den Start der Comic Community toonity.com?
Zu Beginn standen die Ziele des klassischen CRMs im Raum: Kundenorientierung, maßgeschneiderte Angebote, direkter Kundendialog und dadurch langfristige Kundenbindung zur besseren Ausschöpfung des Kundenpotentials. Da STABILO Produkte bisher (bis auf eine einzige Maßnahme: erster STABILO Flagshipstore in Wien ab Mai 2009) nur über den Einzel- und Großhandel vertrieben werden, gibt es kaum Kontaktpunkte mit den Endkonsumenten - der jungen Zielgruppe von 12-29 Jahren. Das Internet, das am stärksten wachsende Medium überhaupt, ermöglicht uns mit einem kleinen Teil dieser Zielgruppe in einen direkten Dialog zu kommen.  Es wird, insbesondere von der genannten Zielgruppe, regelmäßig und intensiv genutzt. Beispiele eigener Brand Communities aus anderen Industrien erwiesen sich in der Vergangenheit bereits als äußerst erfolgreich, so dass wir dieses Thema auch für STABILO belegen wollten.
Kreativität als ein Markenwert von STABILO, sollte zu einem Community-Spirit werden. Es lag somit nahe, ein Thema aus dem Bereich Malen und Zeichnen aufzugreifen. Wir wissen als ehemaliger Sponsor des Comic Campus Wettbewerbs, in Zusammenarbeit mit dem Egmont Ehapa Verlag, dass viele Kinder und Jugendliche ein großes Faible für Comics und Mangas haben. Beim Zeichnen kommen natürlich auch STABILO Produkte zum Einsatz. Neben den begabten Zeichnern gibt es natürlich auch kreative Jugendliche, die weniger gut zeichnen können. Insbesondere diese wollten wir mit unserer Comic Community begeistern, in dem wir das einzigartige Comic Creator Tool integrierten. Mit dem Comic Creator kann man im Handumdrehen, auch ohne Zeichenkenntnisse, tolle Comics erstellen.

3. Wo ist der Nutzen der Community für die Marke STABILO?

Die Community zählte bereits ein Jahr nach der Eröffnung 10.000 Mitglieder. Ein guter Beweis, dass Mehrwerte, gerade bei der jugendlichen Zielgruppe erfolgreicher sind, als massiver Werbedruck. Innerhalb von toonity.com gibt es bisher keine Werbeflächen. Nur die Abbildung der Wettbewerbsgewinne in Form von STABILO Stiftepaketen und das “powered by STABILO” weisen auf die Marke STABILO hin.
Es war ein Learning für uns, dass nicht nur klassische Marketingkonzepte zum Erfolg führen, sondern das Online-Maßnahmen zum Teil effektiver und langfristig sogar kostengünstiger sein können.

Weitere Nutzen:

  • Intensiver Dialog mit der internationalen, internetaffinen und markenbewußten Gruppe der STABILO Heavy Users/Buyers, die Comics und Cartoons mögen - Altersgruppe 12-21, 70% weibl.; 30% männlich
  • Stärkung des positiven STABILO Marken- und Produktimages
  • Schaffung von langfristigen Konsumentenbeziehungen und einer dadurch resultierenden langfristigen Absatzsteigerung
  • Aufbau einer starken Konsumentenzufriedenheit, Verlängerung des Konsumenten-Lebenszyklusses durch geringere Fluktuation zum Wettbewerb


4. Wie bringen Sie sich in die Plattform und die dort stattfindenden Interaktionen ein?

Ich selbst habe natürlich ein eigenes toonity.com Userprofil, welches aber optisch nicht aus den bestehenden Userprofilen hervorsticht. Ich bin nicht nur während der Bürozeiten online, sondern schaue auch in meiner Freizeit gerne bei der Community vorbei. Es ist unheimlich spannend die Entwicklung der Community oder die Reaktion der Mitglieder auf Online-Events, wie z.B. Zeichenwettbewerbe oder Comic Creator Wettbewerbe, oder neue Features (z.B. Fotouploadfunktion im Comic Creator) zu beobachten und direktes User-Feedback zu erhalten. Selbstverständlich haben manche User bereits erkannt, dass ich Mitarbeiter von STABILO bin und deshalb wird auch ab und zu Frust über andere User oder technische Probleme an mir ausgelassen. Natürlich erhalte ich ab und zu auch Lob von den Usern. Das freut mich besonders.
Weiterhin lese ich täglich die eingehenden Mails über info@toonity.com, die über den “Kontakt-Button” oder sogenannten “Alarm-Button” generiert werden. So bleibe ich auf dem neuesten Stand und kann User-Fragen beantworten oder Probleme gemeinsam mit unserem Partner, der Agentur Neuland in Augsburg, klären.
Zukünftig planen wir die Befragung besonders aktiver toonity.com Mitglieder zu bestehenden STABILO Produkten oder Stift-Trends/-Designs.  Vorstellbar sind z.B. auch kurze Tages-Fragen oder Produkttests. Dieses direkte Feedback kann dann den Kollegen im Produktmarketing oder der Entwicklungsabteilung bei der Produktentwicklung helfen.

5. Kinder und Jugendliche im Alter von 12-21 Jahren sind sicherlich nur eine Kundengruppe. Plant STABILO auch für andere Kundengruppen eine Community zu betreiben?

Sie haben Recht, sicherlich erreichen wir nur einen Bruchteil der STABILO Kernzielgruppe mit toonity.com. Dafür ist der einzelne Kontakt, durch das hohe Involvement und die hohe Verweildauer in der Community qualtitativ so hoch, dass wir diesen mit keinem anderen Medium erreicht hätten. Man darf aber nicht vergessen, dass der Aufbau und die Pflege einer Community sehr zeitaufwendig sind. Man braucht viel Geduld, spannende Konzepte, passende Kooperationspartner und relevante Mehrwerte, die natürlich in jeder Zielgruppe anders gelagert sind. Es wird nicht funktionieren, die Erfahrungen einer Zielgruppen-Community eins zu eins auf eine andere Community zu übertragen. Anhand der eingeschränkten Manpower, ist es derzeit nur möglich, sich auf eine einzige Community zu konzentrieren.
Voerst möchten wir die Bekanntheit von toonity.com weiter steigern und somit die Mitgliederzahl erhöhen, bis eine “kritische Masse” erreicht ist, bei der die Community zu einem Selbstläufer wird.  Parallel planen wie die Umsetzung vieler weiterer Ideen und Features, die wir bereits in der Hinterhand haben. Wir möchten langfristig weitere Erfahrungen sammeln, den Dialog mit der Zielgruppe intensivieren und letztendlich aus dem Feedback der User für die Marke oder für die Produktentwicklung von STABILO lernen.
Ich persönlich denke, dass es innerhalb der STABILO Zielgruppen genügend Potential für weitere Online Communities gibt. Sicher wissen wir in ein bis zwei Jahren mehr.

Vielen Dank Herr Haida für die ausführliche Beantwortung unserer Fragen.

Comments (1) Posted by sk on Wednesday, June 17th, 2009

kuechengoetter.de - Interview mit Frau Beate Muschler

1. Guten Tag Frau Muschler. Beim kommenden 5. Social Media FORUM am 15.09. in Hamburg werden Sie einen Vortrag zu Ihrer Community kuechengoetter.de halten. Können Sie den Vortrag in drei Stichworten zusammenfassen?
- Die erste Koch-Community eines Ratgeberverlages, die die Kompetenz einer starken Marke mit User Generated Content verbindet.
- Konzeptioneller Aufbau und redaktionelle Pflege des Kochportals
- Monetarisierungsmöglichkeiten von Web 2.0-Portalen im Medienumfeld

2. Welche Bedeutung hat die Community für Ihr Verlagsgeschäft?

küchengötter.de ist für den Verlag ein neuartiges Produktangebot, das zum einen als eigenes inhaltegetriebenes Geschäftsmodell funktionieren soll und zum anderen natürlich auch eine wichtige Plattform für crossmediale Aktivitäten rund um unsere Kochbücher darstellt.

3. Sie vereinen auf Ihrer Plattform Blog, TV, Community und Aktionen mit Kooperationspartnern. Können Sie hieraus bereits Erlöse generieren?
Keine Angabe.

4. Hat sich durch Ihren Online-Auftritt die Leserbindung erhöht und konnten neue Zielgruppen gewonnen werden?
Das veränderte Mediennutzungsverhalten unserer Kunden hat ja dazu geführt, dass eine immer größer werdende Zahl an Interessenten zunächst im Internet nach einem Thema recherchiert. Durch eine entsprechende Sichtbarkeit zu diesen Themen im Internet holt der Verlag die Kunden direkt dort im Gravitationszentrum der Nachfrage ab und bindet sie durch ein qualitativ hochwertiges Angebot wie küchengötter an seine Marke. Damit erreichen wir eine große Gruppe potentiell Themeninteressierter, was z.B. bei unserem Kochportal küchengötter.de dazu führt, dass wir einen höheren Anteil an männlichen Usern haben als bei unserem Kochbuchprogramm.

5. Wie sehen Sie die Zukunft des Verlagswesens? Werden Rezepte nur noch online und per iPhone nachgeschlagen werden?

Auch in anderen Bereichen hat sich ja schon gezeigt, dass die befürchteten Kannibalisierungseffekte ausbleiben. Die beiden Medienformen Print und Online sind in ihrer Anmutung und Verwendung zu unterschiedlich, als dass die eine Form die andere komplett ersetzen könnte. Die Herausforderung für die Zukunft wird es sein, die jeweiligen Charakteristika der beiden Formen klar und nutzenorientiert herauszuarbeiten und somit für jede Medienform adäquate Produkte anzubieten.

Vielen Dank für dieses Interview.

Comments (0) Posted by sk on Tuesday, June 16th, 2009

Social Commerce als Leistungs- oder Begeisterungsmerkmal

Wer meine Tweets verfolgt, wird mitbekommen haben, dass ich auf dem Weg zum Social Breakfast in Köln vorgestern in Frankfurt beim Webmontag vorbeigeschaut habe. Leider hatte mein Zug Verspätung, so dass ich nur wenig Inhaltliches von dem Event mitbekommen konnte. (Aber ich hatte dort ja auch nicht wegen den Inhalten sondern wegen dem Networking gestoppt!) Wie auch immer ist mir dort eine nette “Broschüre” von netz98 in die Hände gefallen, die den Webmontag Frankfurt u.a. finanziell unterstützen. Die “Broschüre” kannte ich schon als PDF, weil sie Grundlage für einen Workshop-Beitrag bei unserem Social Commerce FORUM ist. Gegenstand der “Broschüre” sind Ergebnisse einer Auswertung von “Zukunftsthemen im E-Commerce”, die nun nicht mehr neu sind (wurden im Feb. publiziert!) - aber mich in Bezug auf das bevorstehende Social Commerce FORUM noch zu einigen Gedanken anregte, die ich hier gerne teilen möchte:

Im Rahmen einer Zufriedenheitsstudie unter E-Commerce-Kunden wurden bei dieser Analyse verschiedene Shop-Merkmale dahingehend untersucht, ob sie ein hohes Begeisterungspotential besitzen oder  Basismerkmale darstellen, die man für einen guten Shop voraussetzt. Die Merkmale sind in fünf Merkmalsgruppe zusammengefasst: Zugangswege zum Shop, Produktzugang & -präsentation, Individualisierung, Social Commerce & Strategie.

Nicht verwunderlich ist, dass sich die Basismerkmale rund um das Thema “convenient online shopping” formieren - hierzu gehören bequeme “Zugänge” (Such- & Filtermöglichkeiten) wie auch verlässliche Abwicklungen (Customer Service, Retourenannahme, Versandkostenübernahme etc). Bemerkenswert fand ich allerdings auch, dass das wesentliche “Begeisterungspotential” vor allem in “visuellen” Präsentationsformen lag - sprich visueller Suche, Videopräsentation von Produkten und Individualisierungsmöglichkeiten des Shops. Es sind also jene Formen, die wir beim Social Commerce FORUM unter dem Punkt “Experience Shopping” diskutieren. Elemente des “Social Shoppings” - sprich die Integration von Nutzerfeedbacks sowohl über “einfache” Bewertungen als auch über die Partizipation im Rahmen des Präsentations-, Verkaufs- und Service-Prozess - wurden weitgehend als “Leistungsmerkmale” - sprich als “grundlegende Merkmale, deren Nichterfüllung zu massivem Unmut beim Kunden führt” - ermittelt.

Insbesondere in Bezug auf den Status-Quo der Angebote und ihre Nutzung finde ich das einwenig überbewertet. Die Transparenz über die Bewertungen anderer Nutzer ist sicherlich ein “Leistungsmerkmal”, aber weitergehende “Social Commerce”-Ansätze sehe ich eher noch als “Begeisterungsmerkmale”. Unterschiede gibt es hier sicherlich nach Branchen - hoch emotionalisierte Produktbereiche wie Mode und Lifestyle sind hier sicherlich weiter als Technikbereiche.

Aber ich lasse mich da gerne auch eines Besseren belehren und freue mich über den Feedback an dieser Stelle. Im Detail werden wir die Ergebnisse und vor allem die konzeptionellen Implikationen im Rahmen des Pre-Conference-Seminars zum Social Commerce FORUM am 16. Juni diskutieren. Wer sich für die Veranstaltung noch interessiert und hier mitliest, ist im Vorteil: mit dem CODE “SWWBLOGSCF” bietet sich noch ein “Spätentscheider”-Rabatt von 100 EUR den Veranstaltungspreis (Seminar und/oder Konferenz). Hier geht es zur Anmeldung.

Comments (1) Posted by bn on Wednesday, June 10th, 2009

Manchmal fühle ich mich wie ein Atomstromverkäufer nach Tschernobyl

Matthias Kroener , Vorstandssprecher der Fidor AG, kommt sich oft wie ein Atomstromverkäufer vor. Der Bankkunde von heute steht dem Unternehmen skeptisch gegenüber. Schlagzeilen wie "Bank überfällt Bürger" oder Meinungen wie "Wozu brauche ich eine Bank, ruinieren kann ich mich selber" stehen an der Tagesordnung. Banken haben sich immer mehr von ihren Kunden entfernt und einen persönlichen Kontakt durch den Einsatz von IT und Technik (Bankautomaten) regelrecht abgeschirmt.

Mit der "Fidor Community Bank" bietet die Fidor AG ein modernes Bankangebot, dass seine Kunden als Community sieht, mit der offen über Blog , Twitter-Account , Facebook , Xing und YouTube diskutiert wird. Die Kunden können im Rahmen von Social Commerce-Konzepten sogar zu "Verkäufern" gemacht werden und gar der "Mitbesitz" im Rahmen eines Bonusprogrammes kann genutzt werden.

Matthias Kroener fordert mehr Transparenz, Authenzität und Nähe zum Kunden zurück. Schließlich ist auch ein Banker ein Mensch. Auch wenn maximale Transparenz in der Kommunikation 2.0 maximale Brutalität bedingt, man wir an ihr gemessen. "ich biete dir die Möglichkeit zu nutzen…ich biete es dir zumindest an…"

Banking ist Information, die flexibel genutzt werden muss. Jedoch ist auch ein Wandel innerhalb einer Unternehmenskultur der Bank unvermeidlich. Ghost Writing innerhalb der Social Media Kommunikation ist bei Weitem nicht tragfähig. Die Kommunikation muss daher Top Down, vom Management aus erfolgen.

Wie Banking 2.0 für die Fidor AG funktioniert hat Herr Kroener zudem auf einem Schaubild zusammengefasst, das auch als PDF heruntergeladen werden kann:

fidor-communiy-bank-at-social-web-breakfast

Vielen Dank für dieses interessante Breakfast in München und den sympathischen Vortrag.

Comments (0) Posted by sk on Tuesday, June 9th, 2009

Versioning und Monetarisierung - Interview mit Dr. Frank Huber

Guten Tag Herr Dr. Huber.  Sie werden beim kommenden Social Media FORUM einen Fachvortrag über alte und neue Formen der Monetarisierung halten. Können Sie diesen Vortrag in drei Stichpunkten zusammenfassen?

  • Das Web 2.0, die Krise und Monetarisierung: aktuelle Lösungen und Erfolgsgeschichten aus der Praxis
  • Best practices in der “real world”: so monetarisieren “hidden champions” und Marktführer
  • Monetarisierungs-Trends: neue Konzepte eröffnen neue Geschäftsfelder

Bringt das Web 2.0 neue Impulse für das Thema „Online-Monetarisierung“ – oder zementiert es nur die Kostenfrei-Doktrin?

Das Web 2.0 stellt als nutzergeneriertes “do-it-yourself” Phänomen sicher die bisherigen klassischen Wertschöpfungsketten in Frage - und manchmal auf den Kopf. Dabei profitiert zunächst vor allem einer: der Konsument bzw. Prosument. Doch die Kostenlos-Mentalität und die vorherrschende Welt der Freeconomics bietet auch enorme Markteintrittschancen. Zahlreiche Beispiele belegen dies. Doch sicherlich bleibt die Kostenfrei-Doktrin zunächst für viele in klassischen Denkansätzen verhaftete Unternehmen ein unüberwindbares Problem. Durch die enorme Konkurrenz im Punktmarkt Internet wird die Situation auch nicht leichter und angesichts der Tatsache, dass vielen Unternehmen im Offline-Bereich die Umsätze - gerade jetzt - wegbrechen, entsteht enormer Anpassungs- und Veränderungsbedarf. Diese Transformation zu meistern, dürfte für viele Manager und Unternehmen, deren Güter digitalisierbar sind, zur zentralen Herausforderung der kommenden Jahrzehnte werden.

Wie steht es beim Thema „Versioning“, was ja zu New Economy Zeiten als Lösung für die Online-Monetarisierung im Raum stand?

Das Thema “Versioning” ist nach wie vor sehr aktuell, da es sich dabei um eine Grundeigenschaft von Netzwerkgütern handelt. Doch leider mangelt es vielerorten an den so wichtigen Kenntnissen der Netzwerkökonomie, die eine Vielzahl an Versioning- und Produkt-/Service-Gestaltungsmöglichkeiten schaffen.
Hal Varian, einer der Väter der Netzwerkökonomie ist nicht umsonst heute Chefökonom des Weltkonzerns Google. Vordenker Tim O’ Reilly (”Kontrolle der Datenströme”) wurde maßgeblich von ihm beeinflusst, ebenso wie Chris Anderson (”The Long Tail”/”Free! Why $0.00 Is the Future of Business”). Sehr gute Anschauungsbeispiele in der konkreten Umsetzung bieten Andreas S. Weigend (Ex-Amazon-Chief Scientist) und Prof. Dr. Axel Ockenfels (eBay-Berater Redesign Bewertungssytem).
Am Rande sei hier nur bemerkt, daß insbesondere im deutschen Sprachraum ein enormes geistiges (Beratungs-)Potenzial besteht, das jedoch derzeit v.a. von US-Konzernen massiv genutzt wird.


Für Regionalzeitungen ist Online vielfach die letzte Hoffnung. Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Das geänderte Mediennutzungsverhalten v.a. junger Leser und die abnehmende Zahlungsbereitschaft vieler Leser stellt gerade Regionalzeitungen vor enorme Herausforderungen, die irgendwann nicht mehr durch Kosteneinsparungen bewältigt werden können. Die vielfach vertretene These, daß lokaler Content aufgrund seiner Einzigartigkeit und lokalen “Exklusivität” Umsatzpotenziale mit sich bringt, konnte ich bisher im Rahmen erfolgreicher Umsetzungen von Online-Konzepten nicht bestätigt sehen. Auch die Versuche, regionale Medienmarken ins Web zu übertragen, waren nur in wenigen Fällen wirklich ein wirtschaftlicher Erfolg.
Das Problem ist und bleibt: sobald lokaler Content ins Web gestellt wird, droht die Kannibalisierung der Printauflage und eine Beschleunigung von Print-Aboverlusten.
News - und dazu gehören auch die sicher geglaubten lokalen News - drohen im Web zum “Commodity” (austauschbares Allerweltsgut) zu werden, deren Wert gleich Null ist. Erfolgreiche Konzerne wie z.B. Schibsted haben schon vor Jahren die Bedrohung ihrer Objekte durch das Internet realisiert und entsprechend reagiert. Von überregional agierenden Konzernen wie Schibsted (inzwischen Teil von Media Norge) kann man auch als regional erscheinende Zeitung lernen, wie man erfolgreich die Auflage-Anzeigen-Spirale umdreht, Print- und Online-Objekte verzahnt und eine große Zahl an profitablen Nischen besetzt. Die Zahl der Beschäftigten bei Schibsted stieg übrigens von 2100 auf 8000, und der Umsatz wird nun nicht mehr in Millionen, sondern in Milliarden gemessen.


Wie sehen Sie das kommende Jahr für die Medien?

Das kommende Jahr wird von weiteren massiven Umbrüchen in der Medienbranche geprägt sein. Was gestern noch als richtig galt, wird immer schneller Schnee von gestern sein. Das liegt vor allem am intensiven, globalen Wettbewerb. In der digitalen Arena des Internets treffen alle Medien aufeinander. Verlage, Radio- und TV-Konzerne, Softwareunternehmen - alle kämpfen um die Gunst des Konsumenten.
In der Folge wird es aufgrund des Kostenlos-Trends immer mehr Verlierer auf der Produzentenseite geben - es sei denn diese passen ihre Angebote und Dienste entsprechend und schnell genug an. Oder sie identifizieren schnell genug die entsprechenden Übernahmeobjekte und können diese auch finanzieren und diese dann auch noch wie im Fall vieler Social Networks zur Profitabilität führen. Darin besteht z.B. auch bei den Angeboten, die derzeit die IVW Online-Reichweitenmessung anführen, momentan das zentrale Monetarisierungsproblem.
Bisher fallen dabei v.a. zwei Branchen mit Monetarisierungserfolgsgeschichten auf: die eCommerce- und die Games-Branche. Hier erwarte ich die größten Innovationen für das kommende Jahr.

Vielen Dank Herr Dr. Huber für dieses Interview.

Comments (2) Posted by sk on Monday, June 8th, 2009

Ob die Leute in meinen Bus einsteigen hängt davon ab, ob die Musik gut ist


Interview mit Peter Schink, Senior Manager Produktentwicklung/ Produktmanagement von Welt Online. Peter Schink wird am fünften Social Media FORUM in Hamburg die ersten Erfahrungenen von Welt Online und die Intergration in Social Networks vorstellen:

Guten Tag Herr Schink. Sie werden auf dem kommenden Social Media FORUM eine Fallstudie von Welt Online vorstellen zum Thema Integration in Social Networks präsentieren. Können Sie diese in drei Stichpunkten charakterisieren?

Wir versuchen zum einen, unser klassisches Nachrichtengeschäft in die Social Networks zu tragen - also tatsächlich Nachrichten dort abzubilden. Zweitens wird in Social Networks kommuniziert. Wir werden versuchen, über unsere Tools mit den Menschen ins Gespräch zu kommen - aber natürlich auch die Gespräche von den Social Networks wiederum auf unserer eigenen Website abzubilden. Darüber hinaus wissen wir natürlich, dass Verlage mit Nachrichtentools kaum “Killerapplikationen”  bauen werden - deshalb gehen wir noch über die reine Integration von Nachrichten hinaus und vermitteln Informationen spielerisch.

Welche Potentiale sehen Sie in der Integration in Social Networks für Medienunternehmen?

Langfristig werden Medienunternehmen nur erfolgreich sein können, wenn sie ihre Inhalte aktiver im Netz vertreiben. Das heißt, Journalismus neu zu definieren und sich in Social Networks einzubringen. Ich warne aber davor, Aktivitäten in Social Networks als Einbahnstraße zu betrachten. Es geht nicht nur um die Kommunikation nach außen, es braucht auch eine Strategie für die Kommunikation in die Redaktionen. Ein weiteres Problem: Der Markt der Social Networks ist stark zerklüftet. Welcher Verleger will schon beantworten, ob man sich besser bei StudiVZ, Facebook oder den Lokalisten engagiert? Da tun sich Medienunternehmer schwer, Strategien zu entwickeln. Da hilft es, sich die Best Practises anzusehen.

Was ist der Gegenstand Ihrer Integration?

Diese Frage möchte ich im Detail noch nicht beantworten (wir starten Ende des Monats…).

Integrationen hören sich erstmal teuer an – ist das nur ein Weg für größere Verlage?

Nein, absolut nicht. Natürlich können große Verlage umfangreiche Applikationen etwa für Facebook leichter bezahlen. Die einfache Integration von Twitter, Facebook oder StudiVZ ist aber keine Frage des Geldes. In der Regel scheitert es am fehlenden Know How in den Medienhäusern.

Ist die Integration in Social Networks die Lösung für das Problem bei der Nichterreichung jüngerer Zielgruppen?

Ein einfaches Ja kann ich da kaum abgeben. Natürlich erreicht man junge Zielgruppen dort gut. Aber letztlich muss das Angebot an die Zielgruppe stimmen. Ich kann nicht erwarten, weiterhin nur Print-Artikel abzuwerfen und dann erwarten, dass die Leute zu mir kommen. Social Networks sind also nicht die Lösung, sondern der Weg - ob die Leute in meinen Bus einsteigen hängt davon ab, ob die Musik gut ist.

Vielen Dank für das Interview.

Comments (0) Posted by sk on Friday, June 5th, 2009

Status-Quo im Social Commerce: Bewertungen liegen vor Empfehlungen

Vorletzte Woche wurde die Quelle Trendstudie zum Thema “Webshopping 2009″ veröffentlicht, welche einen interessanten Einblick in die Nutzerpräferenzen zum Thema “Online-Shopping” gibt. Im Vordergrund steht dabei immer noch die Idee des “reibungslosen” Online-Einkaufs - sprich “schnell”, “bequem” und “preiswert” (durch den Wegfall von Zwischenstufen) muss es ablaufen! Bei den “Social”-Ansätzen sind es einzig und allein nur die Produktbewertungen, die ihren Zuspruch finden.

Die Aussagen der Studie erinnern mich einwenig an die Diskussionen des letztjährigen Social Commerce FORUM, wo wir am Ende des Tages resümmierten, dass das Thema “Social Commerce” erst noch am Anfang steht. Ich hatte damals die Diskussionen auf ein Stufenmodell reduziert, was die Entwicklungsstufen im E-Commerce auf vier Stufen zusammenfasste:

  • Ausgangssituation ist der “Frictionless E-Commerce” - also die möglichst effiziente Online-Verkaufsabwicklungsprozesskette; ohne viel Schnickschnack zur Bezahlung. Dies haben sicherlich bisweilen noch nicht alle Online-Retailer erreicht und auch die Nutzungsakzeptanz für diese Art Einzukaufen ist heute sicherlich größer als 1998 aber immer noch nicht groß genug.
  • Auf der ersten Stufe des “sozialen” Abenteuers steht dann die Integration von Feedback - sprich das Angebot für die Abgabe von Produktbewertungen, Verschlagwortungen etc. Auch dies ist bis dato noch kein Standard-Feature auf E-Commerce-Sites, so dass auch der Nutzer hierfür noch eine 100%ige Präferenz besitzen kann.
  • Auf der zweiten Stufe kommen dann die “Services”, die ich als Händler aus dem Involvement meiner Nutzer generieren - hierzu zählen dann Produktempfehlungen wie auch Social Bookmarking-Ansätze für Produkte etc. Hier mache ich mir als Händler die kollektive Wertschöpfung meiner Nutzer zu Nutze um auf diese Daten neue “Services” aufzusetzen. Die Anzahl der Dienste, die solches schon anbieten, dünnt sich hier schon aus - damit ist auch klar, dass die Nutzerpräferenz hierfür nur gering sein kann.
  • Auf der dritten Stufe dreht sich dann der Leistungsprozess - da geht die Integration des Kunden bis runter zur Produkt- oder Sortimentsgestaltung. Dies wird sichtbar, wenn Nutzer Produktbündel oder Sortimentsgruppierungen erstellen und promoten können. Über das Angebot und die Nachfrage nach solchen Diensten brauchen wir hier noch gar nicht sprechen.

Nachfolgend kurz mal die Visualisierung zu diesen Stufen:

Die Quelle Trendstudie spiegelt aus Nutzersicht ganz gut wider, was derzeit da draußen umgesetzt wird. Beim kommenden Social Commerce FORUM am 17.06. wollen wir den Status-Quo zu diesem Thema in der Mode- und Lifestyle-Branche diskutieren. Wenngleich ich erwartet hatte, dass hier aufgrund des hohen emotionalen Involvements der Kundensegmente (was ein wichtiger Verstärker für den Community-Effekt ist) durchaus schon mehr geht, gibt es doch nur einige wenige Beispiele, die es wagen (und dann auch noch bereit sind darüber zu sprechen!). Dennoch wird es sicherlich eine spannende Diskussion - zu der ich hier gerne noch einmal einladen mag.

Comments (2) Posted by bn on Thursday, June 4th, 2009

Die Jugend ist online - ihre Zeitung auch - Interview mit Anne-Katrin Schneider

Wie gewinnt man als Regionalverlag neue Leser? Wie erweckt man schon bei der Jugend Interesse am Medium “Zeitung”? Ist eine Community für einen Regionalverlag sinnvoll? Anne-Katrin Schneider präsentiert am fünften Social Media FORUM das Medien-Community-Konzept des Zeitungsverlags Waiblingen. Vorab erklärt sie im Kurzinterview die Bedeutung ihrer Community “nicht jugendfrei” und den aktuellen Nutzen:

Können Sie den Vortrag in drei Stichworten zusammenfassen

* Die Zielgruppe Jugend: Warum und wie sie für die Zeitung erreichbar ist
* Künftige Abonnenten: Von den Kindernachrichten über „nicht jugendfrei“ bis hin zum Familienforum - ein integriertes Konzept des Zeitungsverlags Waiblingen
* Crossmediale und nonmediale Vernetzung:  Möglichkeiten, das Konzept von „nicht jugendfrei“ auf andere Bereiche des Zeitungsgeschäftes zu übertragen

Welche Bedeutung hat die Community für Ihr Verlagsgeschäft?

Nach einer Studie liest jeder zweite Jugendliche aus dem Rems-Murr-Kreis, dessen Eltern Abonnenten sind, täglich unsere Zeitung. Mit der Community wollen wir das Angebot für unsere jungen Leser gezielt ausweiten und sie in verschiedenen Intensitätsgraden bei der Gestaltung einbeziehen. Zudem wollen wir junge Leute erreichen, deren Eltern keine Abonnenten sind. Durch ein jugendspezifisches Angebot mit seiner eigenen Marke wird die Bindung zu unserem Angebot – in der für das Zeitungsgeschäft schwierigen Jugendphase - gezielt gestärkt. Ziel ist es, diese Jugendlichen dann in der Phase der Familiengründung über andere Angebote, etwa das serviceorientierte Familienforum, als Abonnenten zu gewinnen.

Sie vereinen auf Ihrer Plattform Tagebücher, TV, Community, Lexikon und Kooperationen. Können Sie hieraus bereits Erlöse generieren?

Das primäre Ziel von nicht-jugendfrei-online.de ist es, junge Leser für die Zeitung zu interessieren. Das ist eine notwendige Zukunftsinvestition. Erlöse gibt es, diese können die Kosten jedoch bislang noch nicht decken.

Hat sich durch Ihren Online-Auftritt die Leserbindung erhöht und konnten neue Zielgruppen gewonnen werden?

Es konnten neue Zielgruppen gewonnen werden. Mittlerweile haben sich weit über 6000 Nutzer angemeldet, die nicht-jugendfrei-online.de durchschnittlich vier Mal im Monat besuchen. Insbesondere durch unser Angebot der Partyfotografen und Kinoreporter können wir bislang zeitungsferne Jugendliche ansprechen. Findet beispielsweise im Rems-Murr-Kreis ein gut besuchtes Jugendevent statt, sind auch unsere Partyfotografen vor Ort. Um sich die Bilder anzuschauen, melden sich vermehrt neue User in der Community an. Diese nutzen am intensivsten die Bildergalerien, lesen und kommentieren zu einem hohen Prozentteil aber auch die jeweils aktuellen Zeitungsartikel. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, dass die Inhalte diese Zielgruppe ansprechen. So nutzen und stärken wir viele Querverbindungen: Viele aktive Partyfotografen und Nutzer der Fotogalerien kommen irgendwann zu unserem monatlichen Jugendstammtisch, nehmen an unseren „nicht-jugendfrei“-Veranstaltungen teil und wollen für unsere Jugendseite oder die Website schreiben.

Wie sehen Sie die Zukunft des Verlagswesens? Ist offline ohne online möglich?

Eine erfolgreiche Zukunft des Verlagswesens ohne Onlinekomponente ist aus meiner Sicht nicht möglich. Unsere heutige Jugendgeneration wächst mit Social Communities und dem Internet als Informationsquelle auf. Junge Berufstätige wollen sich per Mouseklick in ihrer Mittagspause schnell und effizient informieren. Wir müssen auf diese Bedürfnisse reagieren. Besonders ein konsequent lokaler Fokus im Netz verspricht eine hohe Bindung und Nutzungsfrequenz. Für unsere nicht-jugendfrei-online.de Nutzer ist es wichtig, dass sie neben dem virtuellen Kontakt auch die Möglichkeit haben, uns und andere Communitymitglieder auch in Natura kennen zu lernen.

Vielen Dank für das interessante Interview.

Comments (0) Posted by sk on Wednesday, June 3rd, 2009

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